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Teilnahme an der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreis an der Agger

10.11.2014

Zum Thema Notfallseelsorge, als ein Leitmotiv der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreis an der Agger, schreibt die Pressereferentin Frau Judith Thies, auf der Homepage des EKAgger

 

Notfallseelsorger leisten Erste Hilfe für die Seele

Eckenhagen. "Notfallseelsorge ist Mission durch Präsenz." Gisbert von Spankeren machte sich bei der Kreissynode für die Notfallseelsorge Oberberg stark. Auch für die Gemeindearbeit ist dieser kirchliche Dienst wichtig; sagt Landespfarrer Dr. Uwe Rieske.

Uwe Rieske (v.li.), Landespfarrer für Notfallseelsorge, Gisbert von Spankeren, evangelischer Koordinator der Notfallseelsorge im Oberbergischen, und Horst Rau, Geschäftsführer des Fördervereins Notfallseelsorge Oberberg e.V. arbeiten für Menschen, deren Seele verletzt ist.
Gisbert von Spankeren: "Notfallseelsorge ist für mich als Gemeindepfarrer eine immense Entlastung."
Uwe Rieske: "Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam mit den Betroffenen auszuhalten, was passiert ist, sie nicht allein zu lassen."

Notfallseelsorger sind rund um die Uhr im Einsatz,  auch an Heiligabend und nachts um 2 Uhr. Dr. Uwe Rieske ist Landespfarrer für Notfallseelsorge in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er koordiniert die Kirchliche Arbeit in Feuerwehr, Rettungsdienst  und Katastrophenschutz. Anschaulich präsentierte er der Kreissynode Aufgaben und Wirkung dieses wichtigen kirchlichen Arbeitsfeldes. In einem Imagefilm bekannte ein Betroffener: „Die Notfallseelsorge war für mich wie ein Bremsfallschirm auf dem Weg nach unten.“ Seine Tochter war zwei Tage nach der letzten Loveparade an ihren schweren Verletzungen gestorben. Die Duisburger Loveparade mit ihren 21 Todesopfern war für die Notfallseelsorge eine Großschadenslage. Rieske: „Notfallseelsorger helfen, das Unvorstellbare auszuhalten.“

Feuerwehrseelsorge beispielsweise sei "Seelsorge an Menschen, die andere Menschen sterben sehen, die bergen müssen - die dabei aber weiterhin eine Perspektive für das Leben haben müssen“. Auch im Oberbergischen sterben nachts Autofahrer, Motorradfahrer, es passieren Unglücke, bei denen ein Notfallseelsorger auch dem härtest gesottenen Feuerwehrmann die Hand halten muss. Wenn die Polizei eine Todesnachricht überbringt, sind oft Notfallseelsorger dabei. "Wir haben in der Öffentlichkeit, bei Betroffenen und bei Einsatzkräften eine hohe Wertschätzung und Akzeptanz", so Uwe Rieske.

 

"Wir sind Teil der Rettungskette"

Das bekräftige Gisbert von Spankeren, evangelischer Koordinator der Ökumenischen Notfallseelsorge und Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Hülsenbusch: „Wir sind inzwischen Teil der Rettungskette.“ Von Spankeren warb um weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aktuell hat das oberbergische Seelsorgeteam mehr als 40 Mitarbeitende: 22 evangelische Hauptamtliche, zehn katholische Hauptamtliche, sieben evangelische Ehrenamtliche, drei katholische Ehrenamtliche und vier Muslime.

Die Mitarbeitenden übernehmen wochenweise, künftig auch tageweise, die Rufbereitschaft in einem der vier oberbergischen Bezirke. Das sind die Bezirke West (Wipperfürth, Lindlar), Mitte (Marienheide, Gummersbach, Bergneustadt, Engelskirchen), Süd (Wiehl, Reichshof) und Hückeswagen-Radevormwald.

 

Neue Ausbildung beginnt noch in diesem Jahr

Gisbert von Spankeren hat "sehr viele positive Erfahrungen" in der Notfallseelsorge gemacht. „Wir bekommen so viel zurück. Ganz wichtig ist: Der Dienst stärkt unsere seelsorglichen Kompetenzen in der Gemeinde.“ Im Dezember beginnt die Ausbildung von zwölf Männern und Frauen, die in der Notfallseelsorge mitarbeiten wollen. Nächstes Jahr wird es eine Reihe von Fortbildungen für das gesamte Team geben, auch  für Krisen in Schulen, etwa beim Tod von Mitschülern.

Die Ökumenische Notfallseelsorge in Oberberg gibt es seit 2002. Träger sind der Kirchenkreis An der Agger und das Katholische Kreisdekanat, die dieses Notfallseelsorgesystem gemeinsam gegründet haben. Grundsätzlich hilft die Notfallseelsorge allen Menschen in Not – unabhängig von ihrer Konfession und Religion.

Neue Nachrichen zum Thema Notfallseelsorge und zur Psychosozialen Unterstützung von Einsatzkräften (PSU) gibt es auf der Homepage des Fördervereins Notfallseelsorge e.V.:  www.foerderverein-notfallseelsorge-oberberg.de/Aktuelles.

Hier kann auch jeder seine Mitgliedschaft aktivieren oder spenden.

 

www.ekagger.de                        Text: jth  Fotos: Vera Marzinski

08.11.2014 20:36 Alter: 2 Tage